BKG-Forum 2011

Bayerische Krankenhausgesellschaft wirbt für mehr Gemeinsamkeit

Patienten sollen von engerer Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und Ärzten profitieren

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) fordert, die gegenseitige Abschottung von stationärer und ambulanter Behandlung im Gesundheitssystem zu lockern. Bei der Behandlung der Patienten sei mehr Gemeinsamkeit von Kliniken und niedergelassenen Ärzten notwendig sowie die Kompetenz der Kliniken für die ambulante Versorgung zu nutzen.

„Die anhaltend knappen Finanzen im Gesundheitswesen, der zunehmende Mangel an Fachkräften und der Anspruch des Patienten auf höchstmögliche Qualität machen ein verstärktes Zusammenarbeiten von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern unabdingbar. Krankenhäuser und Vertragsärzte müssen ihre Kompetenzen noch mehr bündeln. Die Bedürfnisse der Patienten müssen dabei im Vordergrund stehen. Es gehe darum, die bestmögliche Versorgung möglichst wohnortnah zu erhalten, besonders in einem Flächenstaat wie Bayern.“ Dies machte der BKG-Vorsitzende, Oberbürgermeister Franz Stumpf, beim BKG-Forum am 30. Mai in München deutlich.

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Beim BKG-Forum diskutierten die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Annette Widmann-Mauz und der bayerische Gesundheitsminister Dr. Markus Söder mit über 200 Vertretern des bayerischen Gesundheitswesens im politischen Teil am Vormittag über das bevorstehende Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen, dessen Grundzüge am Freitag zuvor Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr in Berlin vorgestellt hatte.

Staatssekretärin Widmann-Mauz und Staatsminister Dr. Söder verwiesen darauf, dass künftig Krankenhäuser dort stärker in die ambulante Behandlung einbezogen werden sollen, wo aufgrund fehlender Ärzte Versorgungslücken drohten. Bei Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen konnten die Krankenhäuser Patienten bisher schon ambulant behandeln.

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Künftig sei vorgesehen, dass dazu Kooperationsvereinbarungen mit Praxisärzten geschlossen werden müssten. Die Bayerische Krankenhausgesellschaft hingegen forderte, dass sich Versorgungsstrukturen an den Bedürfnissen der Patienten orientieren müssten. Das Leistungspotenzial der Kliniken mit ihrem spezialisierten Wissen und diagnostischen Möglichkeiten dürfe gerade bei anspruchsvollen ambulanten Behandlungen wie in der Onkologie nicht ungenutzt bleiben.

Der BKG-Vorsitzende Franz Stumpf berichtete, dass sich viele Patienten wünschten, nach einem Klinikaufenthalt weiter auch ambulant im Krankenhaus behandelt zu werden. Die Kontinuität in der Behandlung und die Hintergrundsicherheit eines Krankenhauses seien meist die Gründe hierfür. Genauso sei zu akzeptieren, wenn der Patient schnellstmöglich wieder in die vertraute und überschaubare Atmosphäre der Arztpraxis zurück wolle. „Entscheidend ist, dass man hier wie dort die gleichen Auflagen erfüllen müsse, um überall die bestmögliche Qualität sicherzustellen.“

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Der Nachmittag widmete sich der gesundheitspolitischen Praxis in Bayern. Zunächst erläuterte Peter Friemelt von der Unabhängigen Patientenberatung die Erwartungen der Patienten an eine verbesserte Zusammenarbeit von Krankenhaus und niedergelassenem Arzt.

Dr. Helmut Platzer, Vorstandvorsitzender der AOK Bayern, Dr. Ilka Enger, Stv. Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und BKG-Vorsitzender Oberbürgermeister Franz Stumpf diskutierten als Akteure im bayerischen Gesundheitswesen mit den Teilnehmern ihre Konzepte für eine sektorenübergreifende Versorgung.

Vertragsarzt Dr. Gernot Petzold und Stephan Kolck, Vorstandsvorsitzender der Haßberg-Kliniken, stellten zwei gut funktionierende Praxisbeispiele sektorenübergreifender Zusammenarbeit vor.

An die Nachmittagsvorträge schloss sich eine Podiumsdiskussion mit den vier Verbändevertretern an, die der Gesundheits- und Sozialexperte Nikolaus Nützel vom Bayerischen Rundfunk moderierte.

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BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein wies darauf hin, dass es darüber hinaus im „Behandlungsalltag“ eine Menge Möglichkeiten gebe, wie man mit einer engeren Zusammenarbeit die Patientenorientierung verbessern könne.

Als Beispiele nannte er die Mitarbeit von niedergelassenen Ärzten im Krankenhaus, einen besseren Informationsaustausch durch gemeinsame EDV-Lösungen sowie den Einsatz von Telemedizin, die gemeinsame Organisation von Bereitschaftsdiensten und die in der Zukunft so wichtige Weiterbildung von jungen Ärzten.

Viele niedergelassene Ärzte und Kliniken würden in zahlreichen Projekten vor Ort bereits sehr erfolgreich im Interesse der Patienten zusammenarbeiten. „Von den Verbänden auf Landesebene müssen dazu viel mehr Impulse ausgehen, anstatt sich kritisch und misstrauisch zu begegnen“ merkte Hasenbein kritisch an.

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In seinem Schlusswort beim BKG-Forum appellierte er die drängenden Probleme ideologiefrei und unaufgeregt anzugehen.

„Die Krankenhäuser streben nicht an, die fachärztliche ambulante Behandlung an sich zu reißen. Der niedergelassene Arzt ist und bleibt der wichtigste Partner der Kliniken“ so Hasenbein.

Die gegenseitige Abschottung der Sektoren müsse aber gelockert werden, um die Behandlungsabläufe patientengerecht organisieren zu können. „Nur dann nach den Krankenhäusern zu rufen, wenn sich Versorgungslücken auftun, wird diesem Ansatz nicht gerecht.“ resümierte der BKG-Geschäftsführer

 

Hintergrundinformation zum BKG-Forum:

Die BKG ist von der Notwendigkeit einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen dem stationären und ambulanten Sektor überzeugt. Mit dem BKG-Forum möchte sie im Gespräch mit prominenten Vertretern von Patienten, Politik, Leistungserbringern und Krankenkassen einen aktiven Beitrag und Impuls für mehr Gemeinsamkeit in der Patientenversorgung in Bayern leisten.

Die Pressemitteilung zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

Hier eine Auswahl von Impressionen beim BKG-Forum 2011

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