„Wir brauchen im Interesse unserer Patienten mehr miteinander und weniger nebeneinander oder gar gegeneinander “ appellierte der Vorsitzende der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), Oberbürgermeister Franz Stumpf, an die Adresse aller Akteure im Gesundheitswesen am Freitag bei der traditionellen BKG-Mitgliederversammlung in München.
Als Beispiel nannte Stumpf die stark verbesserungswürdige Zusammenarbeit der einzelnen Leistungserbringer in der täglichen Praxis.
„Wir müssen die strikte Trennung von ambulantem und stationärem Bereich endlich aufbrechen und die personellen Ressourcen und das Know-how beider Sektoren im Gesundheitswesen gewinnbringend und nachhaltig für den Patienten bündeln“ so der BKG-Vorsitzende.
Neben der besseren Zusammenarbeit stehe vor allem drohende Fachkräftemangel im Gesundheitswesen auf der Agenda. Die Bayerische Krankenhausgesellschaft schlug eine konzertierte Aktion vor, um diesem Problem entgegenzuwirken.
Vor den Vertretern der Kliniken und des bayerischen Gesundheitswesens im vollbesetzten Münchner Rathaussaal illustrierte Stumpf die Möglichkeiten der gemeinsamen Ressourcenschonung durch eine gut funktionierende Zusammenarbeit des ambulanten und stationären Bereichs.
Unter anderem schlug er vor, niedergelassene Ärzte stärker in die Krankenhausversorgung mit einzubinden und so ganzheitlich für die Patienten da zu sein.
Das im Januar in Kraft tretende GKV-Finanzierungsgesetz hat den Krankenhausbereich in zweierlei Hinsicht nachteilig getroffen.
Zum einen bekommen die Kliniken wegen der anhaltenden Kostendämpfungspolitik die bevorstehenden Tarifsteigerungen nicht ansatzweise gegenfinanziert. Hier erwarten sich die bayerischen Kliniken eine klare Gegensteuerung im kommenden Jahr.
„Wir wünschen uns eine gesetzliche Öffnungsklausel, um die Gehaltssteigerungen unserer Mitarbeiter auch bezahlen zu können“ so Stumpf, der in diesem Punkt auf Unterstützung der CSU und des bayerischen Gesundheitsministers Dr. Markus Söder baut.
Zum anderen treiben auch die reduzierten Preise bei steigenden Patientenzahlen und schwereren Erkrankungen die Schere zwischen Einnahmen und Kosten weiter auseinander.
„Damit werden die Kliniken als einzige Leistungserbringer für die häufigeren und schwereren Behandlungen einer älter werdenden Gesellschaft weiterhin haftbar gemacht.“ so Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Siegfried Hasenbein am Rande der Mitgliederversammlung.
Dieser untragbare Zustand muss nach Auffassung der BKG dringend geändert werden.



