Pressemitteilungen der BKG

29. Dezember 2010

Gesundheitsreform sollte die wirklichen Probleme lösen

Die Krankenhäuser halten wenig von der Forderung des CDU-Gesundheitspolitikers Jens Spahn, dass künftig alle Patienten in Zweibettzimmern untergebracht werden sollen. Für die bevorstehende Gesundheitsreform im Jahr 2011 kündigte er eine solche Regelung an.

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) zeigt für den Vorstoß wenig Verständnis: „In der Gesundheitsversorgung kommen ernstere Probleme auf die Patienten zu, als die Frage, ob zwei oder drei Personen in einem Zimmer liegen“, kritisiert BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein.

Laut BKG beschäftigen die Patienten und die Kliniken ganz andere Sorgen: Die Krankenhäuser wüssten nicht mehr, woher sie künftig ihre Fachkräfte bekommen sollen und für die aktuell Beschäftigten könnten aufgrund der Kürzungen durch die diesjährige Reform die tariflichen Gehaltsteigerungen nicht mehr finanziert werden. Außerdem benötige man dringend Fortschritte in der Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärzten und Kliniken, um die wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. „Darum sollte sich ein Gesundheitspolitiker kümmern, wenn er über die nächste Reform nachdenkt“, ärgert sich Hasenbein.

Die Unterbringungssituation bezeichnet die BKG in Bayern als „sehr ordentlich“. Zwei Betten in einem Zimmer seien bereits in vielen Häusern Standard oder überwiegendes Angebot. Krankenhäusern, deren bauliches Konzept Mehrbettzimmer vorsieht und die voll ausgelastet sind, seien allerdings die Hände gebunden. Von ihnen nun Abschläge zu fordern, weil sie mehr als zwei Patienten in einem Zimmer unterbringen, bezeichnet Hasenbein als „hanebüchen“.

In allen Kliniken baulich einen Zweibettzimmerstandard herzustellen, verursache immense Investitionen. Für die Investitionskosten müssen die Bundesländer aufkommen. „Die Begeisterung der Länderfinanzminister für Herrn Spahns Vorschlag dürfte sich in Grenzen halten“, vermutet Hasenbein.

Nicht zuletzt würde sich ein massiver Personalmehraufwand ergeben. Ärzte und Pflegekräfte hätten weitere Wege zurückzulegen, wesentlich mehr Fläche mit den notwendigen Einrichtungen wie Sanitäranlagen u. Ä. wäre zu reinigen und zu unterhalten.

Siegfried Hasenbein hält den Vorstoß, der wenig mit den aktuellen Problemen in der Krankenhausversorgung zu tun hat, für unausgegoren: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Spahn und die Bundesregierung hierfür weitere Ausgaben produzieren wollen, wo der Schuh doch eh schon hinten und vorne drückt.“

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