Pressemitteilungen

15. September 2009

Bayerische Krankenhäuser erwarten von der neuen Bundesregierung eine berechenbare Politik

Mit bislang einmaligen Großdemonstrationen forderten die Krankenhausmitarbeiter im vergangenen Jahr ein finanzielles Hilfspaket von der Bundesregierung. „Es kann nicht sein, dass es solcher spektakulärer Massendemonstrationen bedarf, um eine halbwegs ausreichende finanzielle Basis zu erhalten“, sagte Siegfried Hasenbein, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), bei der Pressekonferenz zur Jahrestagung der bayerischen Krankenhausdirektoren in Bad Gögging. Von der künftigen Bundesregierung erwarten die bayerischen Kliniken und ihre rd. 160.000 Beschäftigten deshalb auskömmliche und stabile Rahmenbedingungen. 

Die grundsätzlichen Voraussetzungen dafür seien nach den in diesem Jahr zugestandenen zusätzlichen Mitteln getroffen. Nach Meinung der BKG bedürfe es nunmehr einiger Konkretisierungen und Ergänzungen, damit die Krankenhäuser auf eine verlässliche Basis setzen könnten. Die neue Bundesregierung dürfe auf drohende Einnahmeausfälle im Gesundheitsfonds nicht wieder mit neuerlichen willkürlichen Kürzungen im Krankenhausbereich reagieren. 

Nach Meinung von Hasenbein müsse man in der kommenden Legislaturperiode einen anhaltenden Streit um Vergütung und Budgets verhindern, um sich drängenden strukturellen Problemen widmen zu können. Dazu zählten nach Auffassung des BKG-Geschäftsführers eine bessere Zusammenarbeit von ambulantem und stationärem Bereich sowie eine gemeinsame Anstrengung, um einen Personalmangel bei den Ärzten zu verhindern. 

Steigender Behandlungsbedarf, ein zunehmender Ärztemangel aufgrund von Überalterung und fehlendem Nachwuchs machten laut Hasenbein eine wesentliche engere Zusammenarbeit von Krankenhaus und Vertragsärzten erforderlich. Zusätzlich sei damit eine höhere Qualität und ein effizienterer Einsatz von knappen Ressourcen zu erzielen. Landesvorsitzender Günther Pfaffeneder vom Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands, der zusammen mit der BKG die traditionsreiche Tagung ausrichtet, appellierte an alle Beteiligten, sich „ohne verbandspolitisches Kirchturmdenken und parteipolitischem Populismus“ dieses zentralen Problems der künftigen Gesundheitspolitik anzunehmen. 

Um dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken, forderten beide Verbände gemeinsame Anstrengungen von Bund und Ländern. Bei Letzteren liege die Verantwortung für die dringend notwendige Anpassung der Studienkapazitäten und einen besseren Zugang im Studienfach Humanmedizin. Darüber hinaus seien aber auch eine Überprüfung der zu spezialisierten Weiterbildungsvorschriften, eine bessere Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung im Krankenhaus sowie Anstrengungen für eine bessere Kombination von Beruf und Familie notwendig, so Pfaffeneder. Denn er wies darauf hin, dass der Arztberuf „immer femininer“ werde. Über 60 % der Medizinstudienabgänge seien inzwischen weiblich, betonte er. 

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