Pressemitteilungen

07. Mai 2010

Bayerns Krankenhäuser brauchen Stabilität und Planungssicherheit

Die bayerischen Krankenhäuser stellen sich ihrer Verantwortung für eine hervorragende Patientenversorgung. Dazu brauchen sie aber auch ausreichend Stabilität und Planungssicherheit für ihre tägliche Arbeit. Dies betonten die Leiter der rund 35 bayerischen Großkliniken bei ihrer diesjährigen Arbeitstagung am 6. und 7. Mai in Burghausen.

Die bayerischen Krankenhäuser treten für eine engere Zusammenarbeit von stationärer und ambulanter Behandlung in der künftigen Gesundheitsversorgung ein. Herbert Franz, der stellvertretende Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), der die Konferenz leitete, ist überzeugt, dass an einer engeren Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung kein Weg vorbeiführe. „Die beschränkten finanziellen Mittel im Gesundheitswesen, die absehbare Personalknappheit vor allem im ärztlichen Bereich und nicht zuletzt die Möglichkeit, den Patienten eine Versorgung auf kurzem Wege aus einer Hand anzubieten“ seien zwingende Gründe hierfür.

Die Vorstände der bayerischen Großkrankenhäuser machten deutlich, dass man die nieder¬gelassenen Ärzte als wichtigste Partner der Kliniken nicht verdrängen wolle, sondern ein sich ergänzendes Miteinander anstrebe. Die Patienten bevorzugten eine fachübergreifend abgestimmte Behandlung. Besonders im ländlichen Raum seien Kooperationen notwendig, um eine flächen¬deckende fachärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten.

Zum drohenden Fachkräftemangel in den bayerischen Kliniken fordern die Klinikmanager von der Politik ein zukunftsorientiertes Maßnahmenbündel. Dies würde dazu beitragen, um die hochwertige klinische Ausbildung von Allgemein- und Fachärzten sowie des qualifizierten Pflegepersonals weiterhin gewährleisten zu können.

Die Chefs der bayerischen Großkliniken brachten auch ihren Unmut über die Umsetzung der letzten Krankenhausfinanzierungsreform zum Ausdruck.

„Wir erwarten vom neuen Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler, dass er schnellstmöglich einige völlig realitätsfremde Regelungen zurücknimmt, die er von seiner Vorgängerin im Amt geerbt hat“ so Michael Prostmeier, Gastgeber der Arbeitstagung und Vorstand der Kreiskliniken Altötting-Burghausen.

Gemeint ist zum einen das Inkasso der Patientenzuzahlung durch die Krankenhäuser, das sich aufgrund gesetzlicher Widersprüche in der Praxis nicht umsetzen lässt. Derzeit bleiben die Kliniken so teilweise auf den Kosten sitzen.

Zum Zweiten erwarten die Klinikleiter einen wissenschaftlich fundierten Orientierungswert für die Entwicklung ihrer Krankenhausbudgets, der die echten Kostenstrukturen im Krankenhaus widerspiegelt.

Die medizinische Versorgung einer immer älter werdenden Gesellschaft dürfe zudem laut Klinikmanager nicht allein zu Lasten der Krankenhäuser gehen.

 

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