Pressemitteilungen

06. Februar 2012

Wirtschaftliche Lage und Perspektiven der bayerischen Kliniken verschlechtern sich

Krankenhäuser blicken sorgenvoll in die Zukunft

Die Zahl der defizitären Krankenhäuser steigt wieder an, und die Stimmung in den Kliniken trübt sich ein. So das Ergebnis des aktuellen „Bayerischen Krankenhaustrends“, mit dem die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) regelmäßig die wirtschaftliche Situation und die Stimmungslage in Bayerns Kliniken auswertet.

Für das Jahr 2011 rechnet jeder dritte Klinikmanager mit roten Zahlen, während 2010 lediglich etwa 20 % der bayerischen Krankenhäuser ein Defizit auswiesen. Nach einer leichten Entspannung der wirtschaftlichen Situation in den Jahren 2009 und 2010 bestätigt sich damit die Prognose zahlreicher Experten, die vor Jahresfrist vor einer Verschlechterung der Finanzsituation warnten.

Für BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein ist dies die Folge der Kürzungen, die die Bundesregierung den Kliniken mit dem GKV-Finanzierungsgesetz im letzten Jahr auferlegt hatte: „Viele Krankenhäuser waren dabei, sich dank Strukturverbesserungen etwas Luft zu verschaffen. Diese Entwicklung wird nun umgekehrt, auch Häuser mit bislang ausgeglichenem Ergebnis rutschen ins Minus.“, bedauert er.

Der Ausblick auf das Jahr 2012 fällt noch schlechter aus. Ihre aktuelle Lage zum Jahresbeginn und die wirtschaftliche Perspektive schätzen die bayerischen Krankenhausvorstände deutlich pessimistischer ein. Während 2010 noch 60 % der Klinikvertreter die Entwicklung leicht positiv oder zumindest gleichbleibend einschätzten, drehte sich zu Beginn des Jahres 2012 die Situation ins Gegenteil. 60 % befürchten, dass sich ihre wirtschaftliche Situation im bevorstehenden Jahr weiter verschlechtern wird.

Für Hasenbein kommt damit das Hauptproblem der Krankenhäuser im Jahr 2012 zum Ausdruck: „Die bereits abgeschlossenen und die unmittelbar bevorstehenden Tarifverhandlungen führen zu spürbar höheren Gehältern der Mitarbeiter. Mit ihrer Kürzungspolitik hat die Bundesregierung den Krankenhäusern aber die Möglichkeit genommen, diese Personalkostensteigerungen gegenfinanzieren zu können. Dies muss dringend geändert werden.“

Mit dem „Bayerischen Krankenhaustrend“ analysiert die BKG regelmäßig die wirtschaftliche Situation und das Geschäftsklima im Krankenhaussektor. Dazu werden die Geschäftsführer und Vorstände der Krankenhäuser aller Trägergruppen befragt. Kommunale Krankenhäuser beteiligen sich ebenso wie Universitätskliniken, kirchliche und private Krankenhäuser an der Erhebung. Die Ergebnisse sind somit repräsentativ und geben Aufschluss über die wirtschaftliche Situation und die Entwicklung der Krankenhäuser in Bayern.

 

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