erschienen am 07.12.2021 Bedarfsnotwendige Vergütung für Krankenhausbeschäftigte wichtiger Schritt für nachhaltige Verbesserungen

BKG begrüßt Maßnahmen zur gezielten Stärkung der Versorgung mit Krankenhaus-Intensivkapazitäten.

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) begrüßt die heute im Kabinett der bayerischen Staatsregierung beschlossenen Maßnahmen zur gezielten Stärkung der Versorgung mit Krankenhaus-Intensivkapazitäten. 

Um noch mehr vorhandene technische Intensivbetten auch für die Versorgung betreiben zu können, wären in den Kliniken erhebliche Umorganisationen erforderlich. Und von den Beschäftigten, insbesondere im Intensivbereich, wären nochmals zusätzliches Engagement und Flexibilität gefordert. 

Mit dieser Kraftanstrengung der Kliniken könnten aus Sicht der BKG in Bayern gegenüber Mitte November in den nächsten Wochen bis zu 100 Intensivkapazitäten mehr betrieben werden. 
„Es ist richtig, in die Vergütungen der Beschäftigten zu investieren, um für Bayern mehr Intensivkapazitäten im diesem harten Corona-Winter für die Versorgung der Patient:innen verfügbar zu haben“, so Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG). 
Allerdings hat dies auch Grenzen des Machbaren: „Denn die Versorgung von Covid-Patient:innen ist eine echte körperliche und psychische Belastungsprobe“, so Engehausen weiter. 
Die BKG begrüßt daher, dass ein Teil der Mittel vom Freistaat Bayern auch für den Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten und weitere Entlastungen in den Kliniken bereitgestellt werden soll, um die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in dieser dramatisch herausfordernden Lage zu verbessern. 

Ebenso sollten einige der Mittel auch investiert werden, um die Kooperation der Kliniken untereinander noch weiter zu fördern. „Die Mittel aus dem Programm des Ministerrates sind kein Weihnachtsgeschenk, sondern bedarfsnotwendig, um in dieser Spitzenherausforderung die Belastungen der Wintermonate meistern zu können“, betont Engehausen. 

Aus Sicht der BKG sind insbesondere dauerhaft und nachhaltig bessere Vergütungen in den Kliniken erforderlich. BKG unterstützt die von Staatsminister Klaus Holetschek beschlossene Bundesratsinitiative zur deutlichen Gehaltsverbesserung von Pflegefachkräften. Die BKG erwartet als Lehre nach der nunmehr vierten Covid-19-Welle auch von der neuen Bundesregierung und vom neuen Bundesgesundheitsminister eine bessere und weniger fallzahlabhängige finanzielle Ausstattung der Kliniken. „Den guten Worten für die Pflege müssen nun Taten zur dauerhaften Verbesserung der Vergütung und der Beschäftigungsbedingungen folgen“, betont Engehausen.

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft ist der Zusammenschluss von etwa 190 Krankenhausträgern mit über 360 Krankenhäusern und insgesamt ca. 75.000 Betten in Bayern. Etwa 3 Millionen Patienten werden jährlich in den bayerischen Krankenhäusern umfassend stationär behandelt. Zusätzlich versorgen die Kliniken im Freistaat über 2,5 Mio. ambulante Notfallpatienten. Die bayerischen Krankenhäuser erbringen hierfür das gesamte Leistungsspektrum der medizinischen und pflegerischen Versorgung.

Die Einrichtungen sind zugleich einer der bedeutendsten Arbeitgeber Bayerns. Über 210.000 Menschen der verschiedensten Berufe beziehen ihr Einkommen von bayerischen akutstationären Krankenhäusern, davon über 30.000 Ärzte sowie knapp 80.000 im Pflegedienst sowie etwa 100.000 in weiteren Berufen und Tätigkeitsbereichen im Krankenhaus. Etwa 13.000 Auszubildende in der Pflege sowie etwa 2.300 in einer Vielfalt von weiteren Ausbildungsberufen werden in den Kliniken im Freistaat ausgebildet.

(Stand: 10/2021; Quelle: Statistisches Bundesamt Destatis sowie BKG)